Warum die Inhalationstechnik so entscheidend ist
Die meisten Asthma-Medikamente werden inhaliert — und das aus gutem Grund: Der Wirkstoff gelangt direkt in die Atemwege, wo er gebraucht wird. Doch Studien zeigen, dass bis zu 80 % aller Patient:innen Fehler bei der Inhalation machen. Das Ergebnis: Ein Großteil des Medikaments landet im Mund oder Rachen statt in der Lunge. Die Therapie wirkt schlechter, Symptome bleiben bestehen, und manche Patient:innen werden fälschlicherweise als therapieresistent eingestuft.
Die verschiedenen Inhalator-Typen
Es gibt drei Haupttypen von Inhalatoren, die jeweils eine andere Technik erfordern:
Dosieraerosol (pMDI)
Das klassische Dosieraerosol setzt das Medikament als feines Spray frei. Die größte Herausforderung: Koordination. Du musst gleichzeitig den Sprühstoß auslösen und langsam einatmen. Tipps:
- Schüttle den Inhalator vor jeder Anwendung
- Atme zunächst ruhig aus
- Setze den Inhalator an die Lippen und löse den Sprühstoß zu Beginn der langsamen Einatmung aus
- Atme langsam und tief ein (4–5 Sekunden)
- Halte den Atem für 5–10 Sekunden an
Tipp: Verwende einen Spacer (Inhalierhilfe). Dieser Zwischenraum macht die Koordination einfacher und verbessert die Wirkstoffaufnahme in der Lunge deutlich.
Trockenpulverinhalator (DPI)
Bei Trockenpulverinhalatoren wird das Medikament als feines Pulver durch kräftiges Einatmen freigesetzt. Hier ist keine Koordination nötig, aber ein kräftiger, schneller Atemzug:
- Lade den Inhalator gemäß Anleitung
- Atme von dem Inhalator weg vollständig aus
- Setze den Inhalator an die Lippen
- Atme kräftig und schnell ein (nicht langsam wie beim Dosieraerosol!)
- Halte den Atem für 5–10 Sekunden an
Vernebler
Vernebler wandeln flüssiges Medikament in feinen Nebel um. Sie werden vor allem bei schweren Anfällen oder bei Patient:innen eingesetzt, die andere Inhalatoren nicht bedienen können. Hier ist normale, ruhige Atmung durch das Mundstück ausreichend.
Die häufigsten Fehler
- Nicht ausatmen vor der Inhalation: Die Lunge ist noch mit alter Luft gefüllt, das Medikament kann nicht tief genug eindringen
- Zu schnelles Einatmen (bei pMDI): Das Aerosol prallt gegen den Rachen statt in die Bronchien zu gelangen
- Zu langsames Einatmen (bei DPI): Nicht genug Kraft, um das Pulver freizusetzen
- Atem nicht anhalten: Das Medikament wird direkt wieder ausgeatmet
- Mund nicht spülen: Nach ICS-Inhalation unbedingt den Mund ausspülen, um Pilzinfektionen vorzubeugen
Regelmäßige Überprüfung
Lass deine Inhalationstechnik bei jedem Arztbesuch überprüfen. Auch wenn du deinen Inhalator schon seit Jahren benutzt, können sich schleichend Fehler einschleichen. Viele Praxen und Apotheken bieten Inhalationsschulungen an — nutze dieses Angebot.
Der beste Inhalator ist nur so gut wie die Technik, mit der er angewendet wird.
Fazit
Eine korrekte Inhalationstechnik ist die Grundlage jeder erfolgreichen Asthma-Therapie. Kleine Korrekturen können einen großen Unterschied machen. Lass dich schulen, übe regelmäßig und frage bei Unsicherheit deinen Arzt oder Apotheker.