Allergisches Asthma: Die häufigste Form
Etwa 60 % aller Asthma-Fälle bei Erwachsenen und bis zu 90 % bei Kindern haben einen allergischen Hintergrund. Beim allergischen Asthma reagiert das Immunsystem überschießend auf eigentlich harmlose Substanzen — sogenannte Allergene. Diese lösen eine Entzündungskaskade in den Atemwegen aus, die zu Schwellung, Schleimbildung und Verkrampfung der Bronchialmuskulatur führt.
Die häufigsten Auslöser
- Hausstaubmilben: Der häufigste Indoor-Auslöser. Die winzigen Spinnentiere leben in Matratzen, Kissen und Polstermöbeln. Problematisch ist nicht die Milbe selbst, sondern ihr Kot, der beim Einatmen allergische Reaktionen auslöst.
- Pollen: Gräser, Bäume und Kräuter setzen saisonal Pollen frei. Für Betroffene bedeutet das: Symptome, die mit den Jahreszeiten schwanken.
- Tierhaare und -schuppen: Besonders Katzen und Hunde produzieren Allergene, die sich in der Raumluft verteilen und an Textilien haften.
- Schimmelpilze: Feuchte Räume begünstigen Schimmelwachstum. Die Sporen können eingeatmet werden und die Atemwege reizen.
Diagnose: Wie wird allergisches Asthma erkannt?
Die Diagnose umfasst mehrere Schritte:
- Anamnese: Wann treten die Symptome auf? Gibt es saisonale Muster?
- Prick-Test: Allergene werden auf die Haut aufgetragen, um Reaktionen zu messen
- Blutuntersuchung: Bestimmung von spezifischem IgE und Gesamt-IgE
- Lungenfunktionstest: Spirometrie und Bronchospasmolyse-Test
- FeNO-Messung: Erhöhte Stickoxidwerte in der Ausatemluft deuten auf eine eosinophile Entzündung hin
Allergenkarenz: Auslöser reduzieren
Die wichtigste Maßnahme ist die Allergenkarenz — also das Reduzieren des Kontakts mit den auslösenden Stoffen. Hier sind bewährte Strategien:
Bei Hausstaubmilbenallergie
- Verwende milbendichte Bezüge (Encasings) für Matratze, Kissen und Bettdecke
- Wasche Bettwäsche wöchentlich bei mindestens 60 °C
- Halte die Luftfeuchtigkeit unter 50 %
- Verzichte auf Teppiche im Schlafzimmer
Bei Pollenallergie
- Beobachte den Pollenflugkalender und plane Aktivitäten entsprechend
- Lüfte morgens kurz und stoßweise statt dauerhaft
- Wasche abends die Haare, um Pollen zu entfernen
- Verwende Pollenschutzgitter an Fenstern
Hyposensibilisierung: Die Ursache behandeln
Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist die einzige Behandlung, die an der Ursache der Allergie ansetzt. Dabei wird das Immunsystem schrittweise an das Allergen gewöhnt — entweder durch regelmäßige Spritzen (subkutan) oder durch Tabletten bzw. Tropfen unter der Zunge (sublingual). Die Therapie dauert in der Regel 3–5 Jahre, kann aber die Symptome langfristig deutlich reduzieren.
Allergisches Asthma ist gut behandelbar — wenn man die Auslöser kennt und gezielt handelt.
Fazit
Die Verbindung zwischen Allergien und Asthma ist eng. Wer seine Auslöser kennt und konsequent meidet, kann die Symptome spürbar reduzieren. Sprich mit deinem Arzt über Allergietests und die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung.