Warum Bewegung bei Asthma so wichtig ist
Viele Menschen mit Asthma vermeiden körperliche Aktivität aus Angst vor Atemnot. Dabei zeigen zahlreiche Studien: Regelmäßige Bewegung verbessert die Lungenfunktion, stärkt die Atemmuskulatur und kann die Häufigkeit von Asthma-Symptomen reduzieren. Entscheidend ist, die richtige Sportart und Intensität zu wählen und gut vorbereitet zu sein.
Belastungsasthma: Was passiert im Körper?
Bei etwa 80 % der Asthma-Patient:innen kann körperliche Anstrengung eine vorübergehende Verengung der Atemwege auslösen — das sogenannte Belastungsasthma (Exercise-Induced Bronchoconstriction, EIB). Typischerweise treten Symptome wie Husten, Pfeif-Atemgeräusche und Atemnot 5–15 Minuten nach Beginn der Belastung auf. Auslöser ist meist das schnelle Ein- und Ausatmen trockener, kalter Luft, das die Bronchialschleimhaut reizt.
Sichere Sportarten für Asthma-Betroffene
- Schwimmen: Die feuchtwarme Luft im Hallenbad schont die Atemwege. Schwimmen trainiert die Atemmuskulatur besonders effektiv.
- Radfahren: Gut dosierbar in der Intensität. Ideal für den Einstieg in regelmäßige Bewegung.
- Wandern und Spazierengehen: Moderate Ausdauerbelastung in der Natur. Vermeide Hochpollenzeiten.
- Yoga und Tai-Chi: Kombinieren Bewegung mit Atemübungen und Entspannung. Besonders gut für Anfänger.
- Krafttraining: Kurze Belastungsintervalle sind oft besser verträglich als lange Ausdauereinheiten.
Atemtechniken für den Alltag
Gezielte Atemtechniken können helfen, Atemnot zu lindern und das Gefühl der Kontrolle zurückzugewinnen. Zwei besonders wirksame Methoden:
Lippenbremse
Atme durch die Nase ein und durch die leicht zusammengepressten Lippen langsam aus — als würdest du eine Kerze zum Flackern bringen wollen, ohne sie auszupusten. Diese Technik erhöht den Druck in den Atemwegen und verhindert, dass sie kollabieren.
Zwerchfellatmung
Lege eine Hand auf den Bauch, die andere auf die Brust. Atme so ein, dass sich vor allem der Bauch hebt. Atme langsam und gleichmäßig aus. Diese tiefe Bauchatmung nutzt das Zwerchfell optimal und fördert eine effiziente Belüftung der Lunge.
Richtig aufwärmen — der Schlüssel zum Erfolg
Ein gründliches Aufwärmen ist für Asthma-Betroffene besonders wichtig. Plane mindestens 10–15 Minuten ein, in denen du die Intensität langsam steigerst. Intervall-Aufwärmen — kurze Belastungsphasen im Wechsel mit Erholungsphasen — hat sich als besonders schonend erwiesen. So hat dein Körper Zeit, sich anzupassen, und die Wahrscheinlichkeit einer belastungsinduzierten Bronchokonstriktion sinkt deutlich.
Praktische Tipps für den Alltag
- Trage dein Notfallspray immer bei dir — auch beim Sport
- Inhaliere bei Bedarf 15–20 Minuten vor dem Training ein kurzwirksames Beta-2-Mimetikum
- Vermeide Sport bei extremer Kälte, hoher Luftfeuchtigkeit oder starker Pollenbelastung
- Höre auf deinen Körper: Wenn du Symptome spürst, reduziere die Intensität oder mache eine Pause
- Führe ein Bewegungstagebuch, um Muster zu erkennen und Fortschritte zu dokumentieren
Bewegung ist Medizin — auch bei Asthma. Der Schlüssel liegt in der richtigen Vorbereitung und einer individuell angepassten Belastung.
Fazit
Asthma ist kein Grund, auf Bewegung zu verzichten — ganz im Gegenteil. Mit der richtigen Sportart, gezielten Atemtechniken und einem guten Aufwärmprogramm kannst du deine Fitness steigern und deine Asthmakontrolle langfristig verbessern. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über einen individuellen Trainingsplan.