Warum Vorbereitung so wichtig ist
Ein Arztbesuch bei schwerem Asthma dauert oft nur 10–15 Minuten — doch in dieser kurzen Zeit fallen wichtige Entscheidungen über deine Therapie. Wer vorbereitet kommt, nutzt diese Zeit optimal und hat ein besseres Gefühl, gehört und verstanden zu werden. Studien zeigen, dass Patient:innen, die aktiv an der Gesprächsführung teilnehmen, bessere Behandlungsergebnisse erzielen.
Das Symptomtagebuch: dein wichtigstes Werkzeug
Ein Symptomtagebuch hilft dir und deinem Arzt oder deiner Ärztin, Muster zu erkennen und die Therapie gezielt anzupassen. Notiere idealerweise täglich:
- Symptome: Husten, Atemnot, Pfeifen, Engegefühl — wann treten sie auf?
- Notfallspray-Gebrauch: Wie oft und in welchen Situationen brauchst du es?
- Auslöser: Gab es erkennbare Trigger (Kälte, Pollen, Stress, Sport)?
- Schlafqualität: Wachst du nachts wegen Atemnot auf?
- Aktivitätseinschränkungen: Was konntest du wegen deines Asthmas nicht tun?
- Peak-Flow-Werte: Falls du einPeak-Flow-Meter hast, miss morgens und abends
Deine Checkliste für den Arztbesuch
Bringe zum Termin mit:
- dein Symptomtagebuch der letzten 2–4 Wochen
- Eine aktuelle Medikamentenliste (inklusive Dosierungen und Einnahmezeitpunkte)
- Alle Inhalatoren, die du verwendest — damit kann die Inhalationstechnik überprüft werden
- Notierte Fragen, die du stellen möchtest (siehe unten)
- Ergebnisse von früheren Untersuchungen, falls vorhanden
- Optional: Eine Vertrauensperson, die dich begleitet
Die richtigen Fragen stellen
Traue dich, Fragen zu stellen — kein seriöser Arzt empfindet das als störend. Im Gegenteil: Gute Fragen zeigen, dass du dich mit deiner Erkrankung auseinandersetzt. Hier sind wichtige Fragen, die du stellen kannst:
Zur Diagnose
- „Ist mein Asthma als schwer eingestuft? Auf welcher GINA-Stufe befinde ich mich?“
- „Wurde bei mir der Asthma-Phänotyp bestimmt? Welcher liegt vor?“
- „Könnten meine Symptome auch andere Ursachen haben?“
Zur Therapie
- „Gibt es Alternativen zu meiner aktuellen Therapie?“
- „Wäre eine Biologika-Therapie für mich geeignet?“
- „Wie kann ich mein orales Kortison reduzieren?“
- „Ist meine Inhalationstechnik korrekt? Können Sie sie bitte überprüfen?“
Zum Alltag
- „Welchen Sport kann ich sicher ausüben?“
- „Was mache ich bei einem akuten Anfall?“
- „Sollte ich eine pneumologische Rehabilitation in Betracht ziehen?“
Shared Decision-Making: Gemeinsam entscheiden
Moderne Medizin setzt auf Shared Decision-Making — die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient. Das bedeutet: Du bist nicht nur Empfänger von Anweisungen, sondern aktiver Partner in deiner Behandlung. Dein Arzt bringt das medizinische Fachwissen ein, du bringst das Wissen über deinen Alltag, deine Werte und deine Präferenzen ein. Gemeinsam findet Ihr den besten Therapieweg.
Wenn du das Gefühl hast, dass deine Anliegen nicht gehört werden oder du mit der Behandlung nicht zufrieden bist, hast du das Recht, eine Zweitmeinung einzuholen oder den Arzt zu wechseln. Deine Gesundheit steht an erster Stelle.
Ein gutes Arztgespräch ist keine Einbahnstraße. Je besser du vorbereitet bist, desto mehr kannst du aus der Begegnung mitnehmen.
Fazit
Die Vorbereitung auf den Arztbesuch ist keine Pflichtübung, sondern eine Investition in deine Gesundheit. Mit einem Symptomtagebuch, einer klaren Fragenliste und dem Mut, aktiv mitzureden, schaffst du die Grundlage für eine bessere Asthma-Kontrolle und eine vertrauensvolle Arzt-Patient-Beziehung.